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v.l.n.r.: Pablo Hoya (Europlatforms), Dr. Thomas Nobel und Steffen Nestler (DGG), Rüdiger Hage (IPG)

Güterverkehrszentren haben in Deutschland eine Erfolgsgeschichte geschrieben – und: Sie haben eine große Zukunft. Davon sind die etwa 100 Fachleute überzeugt, die am vergangenen Freitag in der historischen Bremer Handelskammer den 25. Geburtstag des Dachverbandes Deutsche GVZ-Gesellschaft (DGG) feierten.

Die Moderation übernahm Oliver Detje, Verlagsleiter der DVV Media Hamburg. Die Begrüßung erfolgte durch Harald Emigholz, Präsident der Handelskammer Bremen – IHK für Bremen und Bremerhaven sowie Ekkehart Siering, Staatsrat beim Senator für Wirtschaft, Arbeit und Häfen der Freien Hansestadt.

Die Veranstaltung gab einerseits einen Überblick über den Entwicklungsstand und die Effekte der GVZ und andererseits, und das war der Schwerpunkt, beschäftigten sich die Vorträge mit den zukünftigen Aufgaben. So braucht man nach Ansicht des Beiratsmitglieds Rüdiger Beckmann beispielsweise in den Innenstädten viele Umschlagpunkte. Das sei eine ideale Aufgabe für die GVZ: „Sie sollten Organisation und Verwaltung übernehmen. So könnten – anders als heute – neutrale Umschlagpunkte entstehen, die durch viele genutzt werden – die Fortführung der GVZ-Idee in den Städten.“

Den gleichen Gedanken hat Michael Glotz-Richter. Der Referent für nachhaltige Mobilität beim Bremer Senat argumentiert allerdings mit den Veränderungen durch Elektromobilität und autonomes Fahren auf der Straße. Die brauchen leistungsfähige Microhubs vor Ort, wo die Güter auf kleinere Verkehrsmittel umgeladen werden können. Solche Hubs seien jedoch immer schwieriger zu finden.

Natürlich haben auch Dr. Thomas Nobel und Steffen Nestler Visionen. Beide führen die DGG seit 20 Jahren und sind sicher, dass die große Zeit der GVZ gerade erst beginnt. Neben den Herausforderungen der Digitalisierung und des Fachkräftemangels gehe es darum, der zunehmenden Flächenknappheit in den Zentren entgegenzutreten. Dafür müsse sich das Miteinander innerhalb der GVZ über Logistikfragen hinaus entwickeln. Auch dezentrale Substandorte sowie der Aufbau von 3-D-Druckerzentren seien strategisch interessante Ansätze. Nestler: „Im 3-D-Druck können sich die GVZ als Zentren für die Grundmaterialien und die Distribution etablieren.“

In deutschen Güterverkehrszentren haben sich 1.600 Unternehmen angesiedelt. Sie beschäftigen mehr als 60.000 Menschen, berichtet Rüdiger Hage, Beiratsvorsitzender der DGG. Das Konzept habe „national und international durch viele Kooperationen Finger- und Fußabdrücke hinterlassen.“ Damit sei es gelungen, GVZ als Marke zu etablieren.

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